9. Juli 2018

Stürze im Alter: So kann moio.care die Gefahren reduzieren

„Jeder Mensch hat ein Risiko zu stürzen, sei es durch Unachtsamkeit oder bei einer sportlichen Betätigung. Über dieses alltägliche Risiko hinaus gibt es Stürze, deren Ursache im Verlust der Fähigkeit zur Vermeidung eines Sturzes liegt.“
(Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege, 2013)

1. Wie kommt es zur Sturzgefährdung?

Bereits milde kognitive Einschränkungen beeinträchtigen die Kontrolle der Motorik und erhöhen das Risiko für Stürze und Verletzungen (Freiberger, 2015).

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Fortschreitende Muskelschwäche
  • Einweisung in Pflegeheim
  • Sturzhistorie
  • Sturzangst
  •  Einnahme von Schlafmittel, Neuroleptika oder Antidepressiva
  • Verschlechterte Sicht
  • Unruhe
  • Schmerzen
  • Hunger bzw. Durst
  • plötzlicher Toilettengang
  • Langweile od. Einsamkeit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei einem Sturz meistens mehrere Risikofaktoren zusammenspielen.

2. Woran erkenne ich, ob jemand sturzgefährdet ist?

  • Sturzvorgeschichte
  • kognitive Beeinträchtigungen
  • Höheres Alter und Geschlecht
  • Kontinenzprobleme
  • Einnahme von psychotropen Medikamenten
  • u.v.m.

3. Folgen

Glücklicherweise führt nicht jeder Sturz zu einer Verletzung, aber aufgrund der abnehmenden Konchendichte kommt es im höheren Alter vermehrt zu Knochenbrüchen (Robert Koch-Institut, 2015) . Ungefähr bei 10 % aller Stürze muss jedoch mit medizinisch behandlungsbedürftigen Verletzungen gerechnet werden, bei ca 5 % kommt es zum Oberschenkelhalsbruch. Die Hälfte aller Patienten mit Oberschenkelhalsbruch verstirbt innerhalb eines halben Jahres – meist durch Komplikationen, die auf die lange Phase der Immobilität zurück zu führen sind.

Für Menschen mit Demenz sind Hüftfrakturen besonders schwerwiegend, für sie steigt das Risiko einer Heimeinweisung signifikant, außerdem sind ihre Heilungsaussichten niedriger, als die Gleichaltriger.

Hüftfrakturen stellen zudem eine große Belastung für die Krankenkassen dar, pro Fall fallen demnach 7.500 Euro an (Heinrich, 2011).

4. Wie kann ich Stürzen vorbeugen?

Sturzrisiko erkennen
Stürze enstehen meistens aus dem Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren (z.B. hohes Alter und kognitive Veränderung). Deshalb ist es besonders wichtig, das Sturzrisiko frühzeitig zu erkennen. In vielen Pflegeheimen wird dazu eine sogenannte Sturzanamnese durchgeführt.

Für die Ganganalyse Zuhause hat die Lindera GmbH eine App entwickelt. Der Mobilitätstest funktioniert ganz einfach: Lindera App runterladen, mit dem Handy ein kurzes Video vom Gang machen, Fragen beantworten und Ganganalyse erhalten. Mehr dazu auf der Website von Lindera.

Motorisches Training
Es ist außerdem essentiell, aktiv zu bleiben und nicht weiter Muskelmasse abzubauen. Regelmäßig durchgeführtes Kraft- und Gleichgewichtstraining erhöht die Gangsicherheit. Aerobes Herz-Kreislauftraining verbessert die Gehirnstruktur, indem es ein größeres Volumen im präfrontalen Cortex und Hippokampus bewirkt. Darüber hinaus steigert es auch Gehirnfunktionen wie Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit. (Freiberger, 2015)

Sicherung des Wohnumfeld und Beseitigung von Sturzfallen
Das Wohnumfeld sollte auf mögliche Sturzfallen überprüft werden. Durch Anpassungen wie das Anbringen von Haltegriffen, oder das Austauschen des Bodenbelags kann das Sturzriskio vorallem für Senioren in der eigenen Häuslichkeit gesenkt werden

5. Wie kann moio.care helfen?

Besonders nach längeren Phasen des Liegens,  z.B. Nachts sind Menschen mit Demenz und/oder eingeschränkter Mobilität besonders sturzgefährdet. Das moio kann den Pflegenden in dem Moment benachrichtigen, in dem sich der Gepflegte in seinem Bett aufsetzt.
Dadurch hat der Pflegende die Möglichkeit, schnell Hilfestellung zu geben und damit einen möglichen Sturz zu vermeiden. Zudem kann ein Patient mit Demenz seinen Bewegungsdrang besser ausleben. Damit beugt er Immobilität vor, eine der Hauptursachen für Stürze.

Ist es doch einmal zu einem Sturz gekommen, benachrichtigt das moio den Pflegenden mit der genauen Position des Gestürzten. So kann schnell Hilfe geleistet, unnötig lange Liegezeiten und Druckgeschwüre vermieden werden.

QUELLEN:

  • Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (Hrsg.): Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege – 1. Aktualisierung 2013 Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege. Osnabrück, S.20.
  • Gietzelt, M. et al (2014). Bestimmung des Sturzrisikos bei dementen Menschen: Ein alltagsbegleitender Ansatz der accelerometrischen Ganganalyse. 10.3205/14gmds030.
  • Aizen, E. Harefuah. 2015 May;154(5):323-6, 338.
  • Age and Ageing, Volume 40, Issue 1, 1 January 2011, Pages 49–54, https://doi.org/10.1093/ageing/afq146
  • Freiberger, E. Aktuelle Ernährungsmedizin (2015) 40(S 01): S20-S22 DOI10.1055/s-0034-1387504
  • Deutsches Ärzteblatt (19.01.2012). Antidepressiva erhöhen Sturzrisiko von Demenzkranken. Abgerufen von: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48825/Antidepressiva-erhoehen-Sturzrisiko-von-Demenzkranken (letzter Aufruf
    am 29.03.2018)
  • Freiberger, E. Internist (2018) 59: 316. https://doi.org/10.1007/s00108-018-0391-8
  • Robert Koch-Institut (Hrsg) (2015) Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin, S. 418)

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